Partner im Verbundprojekt WaterMiner (Kickoff-Termin am 18.10.2016 in Bochum): U+Ö im Bauwesen, Uni Koblenz-Landau, ribeka GmbH, Disy GmbH, DGFZ e.V., LUG GmbH

Kreislaufführung und Wiederverwendung bergbaulicher Abwässer in Ha Long, Vietnam

(Offizielle Pressemitteilung des BMBF-Verbundprojekts WaterMiner in Vietnam 11/2016)

 

Beim Kohlebergbau fallen meist stark belastete Abwässer an, die nach einer Einleitung in Oberflächengewässer große ökologische Schäden anrichten können. Nach einer Lösung sucht das Verbundprojekt „Räumlich-zeitlich abgestimmte Kreislaufführung und Wiederverwendung bergbaulicher Abwässer am Beispiel eines urban geprägten Bergbaugebietes „WaterMiner“.

Das Projektgebiet in Ha Long im Norden Vietnams ist geprägt von konkurrierenden Landnutzungen auf begrenztem Raum. Die im Spannungsfeld von Steinkohlenbergbau, städtischem Lebensraum und Tourismus im Bereich des UNESCO-Weltnaturerbes Ha-Long-Bucht bestehenden Herausforderungen und Konflikte im Wassersektor stehen einer nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung entgegen.

Insbesondere fehlt ein zwischen dem Steinkohlenbergbau und der Stadt abgestimmtes integriertes Wassermanagement unter der Zielsetzung der Wasserwiederverwendung und der Wasserkreislaufführung. Hierfür soll ein innovatives Konzept entwickelt werden, welches das räumlich und zeitlich veränderliche Wasserdargebot des Bergbaus und die unterschiedlichen Wasserbedarfe in der Region berücksichtigt.

Das Besondere an dem Verbundprojekt ist der räumlich-zeitliche Ansatz, der eine Wassernutzung unter sich wandelnden Bedingungen des Bergbaus – Schließung von Tagebauen, zeitlich begrenzte Untertagebergwerke, bis zur Stilllegung aller Bergwerke und zur Nachnutzung der Bergbauflächen – ermöglichen soll.

Wir alle sind nach wie vor und auch zukünftig auf Bergbau für die Rohstoffgewinnung angewiesen. Bergbau geht meist auch mit Wasserförderung einher. Integrierte Konzepte für die Kreislaufführung und Nutzung bergbaulicher Abwässer werden auch in vielen anderen Bergbaugebieten beispielsweise in China oder Südafrika benötigt. Die erwarteten Ergebnisse des Verbundprojektes sollen daher auf andere Bergbaustandorte übertragen werden.

Das Verbundprojekt WaterMiner beinhaltet sieben Teilprojekte, die von Forschungsinstitutionen und Firmen als Kooperationspartner und zukünftige Auftragnehmer für weitere Umweltprojekte in Vietnam bearbeitet werden. Der Gesamtverbund wird von U+Ö Umwelttechnik und Ökologie im Bauwesen koordiniert. Die Firmen disy Informationssysteme GmbH, Karlsruhe, und ribeka GmbH, Bornheim, entwickeln EDV-Instrumente zur Datenerhebung und Datenverarbeitung. Dazu gehören ein „mobiles Fachkataster“ zur computer-basierten Dokumentation und zur Vor-Ort- Kontrolle der Wasserinfrastruktur sowie ein integriertes „Fachinformationssystem Monitoring“ für die Erfassung, Fernübertragung und Auswertung von Wasserdaten.

Kern des Verbundprojektes ist ein EDV-gestütztes Stoffstrommodell für die räumlich-zeitliche Planung der Wiederverwendung bergbaulicher Abwässer in den Bergbaubetrieben selbst sowie durch externe Verbraucher in der Region Ha Long (Industrie, Bewässerung usw.). Verantwortlich für dieses Teilprojekt ist U+Ö Umwelttechnik und Ökologie im Bauwesen.

Auf der Basis der Modellergebnisse entwickelt das Grundwasserforschungszentrum Dresden e.V. (DGFZ)zusammen mit der LUG Engineering GmbH konkrete technische Konzepte für die Wasseraufbereitung, die Wasserverteilung, die regional integrierte Steuerung der Wasserströme sowie für die Kohlenstaubrückgewinnung aus dem Bergbauabwasser.

Das Fachgebiet Umweltökonomie der Universität Koblenz-Landau befasst sich in einem weiteren Teilprojekt mit der Wirtschaftlichkeit und Ökoeffizienz der Wasserwiederverwendung sowie mit Fragen der Akzeptanz bei den Wasserverbrauchern.

An einem Beispielstandort werden durch DGFZ und LUG technische Konzepte für die Wasseraufbereitung als Pilotanlage aufgebaut.

Das Vorhaben findet in enger Kooperation mit dem vietnamesischen Bergbauunternehmen VINACOMIN „Vietnam National Coal – Mineral Industries Holding Corporation Limited“ statt. VINACOMIN trägt unter Anderem die Kosten der technischen Implementierung.

Das Verbundprojekt WaterMiner wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)gefördert. Es ist Teil der Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung (WavE)“.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Webseite WaterMiner